Wie wir miteinander umgehen
Lasst uns bewusst machen, welchen Spielstil wir spielen
Die meisten Konflikte am Tisch entstehen nicht daraus, dass jemand sich falsch verhält, sondern daraus, dass zwei Leute einen unterschiedlichen Spielstil im Kopf haben. Deshalb gibt es dafür einen Bezugsrahmen, und zwar geschrieben: Spielstile.
Kurz gefasst unterscheidet er drei Spielstile:
Kollektiv — „Alle für Einen". Die Gruppe hält zusammen, jeder hat Anspruch darauf, Freude an der Kampagne zu haben, wichtige Entscheidungen fallen demokratisch.
Kompetitiv-kollektiv — „wir sitzen im selben Boot, müssen es aber nicht mögen". Die Charaktere müssen zusammen funktionieren können, befreundet sein müssen sie nicht.
Individualistisch — „jeder für sich". Jeder trägt die Konsequenzen seiner Entscheidungen, und niemand wird außerhalb des Spiels wütend über das, was Charaktere tun.
Keine davon ist der richtige. Sie sind nur unterschiedlich, und eine Runde funktioniert, solange alle denselben Spielstil spielen. Meistens hat er sich aus Regelwerk, Setting und Jahren gemeinsamen Spiels ergeben, statt dass jemand ihn beschlossen hätte.
Der Spielstil sagt, wie wir miteinander umgehen. Wofür wir spielen, ist eine andere Frage — die beantwortet die Spielkultur, und was an meinem Tisch gilt, steht unter Spielkulturen. Die beiden hängen nicht zusammen: dieselbe Spielkultur trägt ganz verschiedene Spielstile.
„Das würde mein Charakter so machen" ist keine Antwort
Ob ein Verhalten wirklich zum Charakter passt, ist nicht die interessante Frage. Die interessante Frage ist, ob es ein Problem macht. Wer sich so verhält, dass es den anderen unmöglich wird, nicht wütend zu werden, hat den Konflikt verursacht — auch formal im Charakter, auch im individualistischen Spiel.
Wenn so etwas passiert, wird das Spiel angehalten und die Sache benannt. Je nach Spielstil wird zurückgespult, abgestimmt, oder die Beteiligten werden daran erinnert, welchen Spielstil sie gewählt haben. Das Verfahren steht bei den Spielstilen und ist nicht von meiner Laune abhängig.
Fehlen ist in Ordnung
Niemand muss jeden Termin wahrnehmen. Die Welt läuft weiter, du steigst beim nächsten Mal wieder ein, und es gibt keinen Fehlzeitenzettel.
Wenn du neu bist
Wenn du zum ersten Mal mitspielst, bekommst du zu Beginn eines normalen Spielabends eine kurze Einführung. Dann erstellen wir gemeinsam einen Charakter, oder du wählst einen vorbereiteten aus. Danach steigst du direkt ins Spiel ein.
Den Rest lernst du beim Spielen: durch Ausprobieren, Beobachten und viele Fragen. Frag auch mitten im Spiel – das ist wichtig. Deine Fragen helfen nicht nur dir, sondern erinnern auch die erfahrenen Spieler an Regeln und Abläufe, die für sie längst selbstverständlich geworden sind.
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- Deine Kampagne — Seite 3 von 3
- Spielstile — wie gehen wir miteinander um?
- Spielkulturen — wofür spielen wir?
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